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Frank Schindelbeck

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| Tourdaten & Photos finden sich auf den Seiten von Bremme & Hohensee |
| Albert Mangelsdorff ist mit Sicherheit eine der bemerkenswertesten Figuren der deutschen Jazzszene und - obwohl das Zentrum seiner Arbeit immer in Deutschland war - auch international eine anerkannte Größe. |
| 1928 | Albert Mangelsdorff kommt in Frankfurt am Main am 5. September zur Welt. |
| Durch seinen älteren Bruder Emil kommt er zum
ersten Mal im Alter von 12 Jahren mit Jazz in Kontakt. Relativ schnell kam bei ihm der Wunsch auf, Musiker zu werden. Bei seinem Onkel in Pforzheim begann er intensiv Violine zu studieren, außerdem Harmonielehre und allgemeine Musiktheorie. Sein Interesse am Jazz war immer groß - offiziell mußte er allerdings klassische Musik studieren:
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| 1946 | Nach dem Krieg spielte Mangelsdorff zunächst
Gitarre:
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| 1947 | Mangelsdorff wird Berufsmusiker als
Rhythmusgitarrist in der Otto-Laufner-Bigband. Diese Band spielte vor allem in Clubs der
US-Army. In dieser Zeit, kurz nach dem Krieg, schwankte Mangelsdorff instrumental noch
zwischen Gitarre, Geige und Posaune. Die Posaune hatte es ihm allerdings besonders
angetan:
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| 1947 | Mangelsdorff wendet sich endgültig der Posaune zu.
Wesentlicher Einfluß ist in dieser Zeit die Musik von Lennie Tristano.
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| 1950 - 1953 |
Mangelsdorff spielt in der Band von Joe Klimm. |
| 1953 | Wechsel zur Hans-Koller-Band. |
| 1957 | Aufnahme einer Duo-Platte mit Attila Zoller. |
| 1955 - 1957 |
Mangelsdorff wird Mitglied des
"Radio-Tanzorchesters des Hessischen Rundfunks". Die Musik die er dort zu
spielen hatte konnte man kaum als Jazz bezeichnen
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| 1957 | Mangelsdorff wird Leiter des Jazz Ensembles des Hessischen Rundfunks. |
| 1958 | Als Mitglied der "International Youth
Band" nimmt Albert Mangelsdorff am Newport Jazz Festival in den USA teil.
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| 1961 | Gründung des Albert Mangelsdorff Quintetts, mit
A. Mangelsdorff (tb), Heinz Sauer (ts), Günter Kronberg (as), Günter Lenz (b), Ralf
Huebner (dr). Mangelsdorffs jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Heinz Sauer, einer der profiliertesten Tenorsaxophonstimmen im deutschen Jazz, stellt mit Sicherheit einen Höhepunkt in seiner Arbeit dar und hatte maßgeblichen Einfluß auf die Entwicklung des Jazz in Deutschland. Die Gruppe bestand bis in das Jahr 1971, die letzten beiden Jahre ohne Kronberg als Quartett. 1971 entstand eine neue Formation, wiederum mit Heinz Sauer. Dazu kamen Gerd Dudek (ts), Buschi Niedergall (b) und Peter Giger (dr). 1976 verließ Dudek das Quintet, das Quartet bestand bis 1978. Die Touren durch Asien, die die Mangelsdorff-Formationen im Auftrag des Goethe-Instituts seit Beginn der 60er Jahre unternahmen erhöhten den internationalen Bekanntheitsgrad Mangelsdorffs. Diese
Reisen hatten zudem einen starken Einfluß auf seine Musik, dokumentiert z.B. auf der
Platte "Now Jazz Ramwong". Die Stücke dieser Platte sind fast komplett von
traditionellen Melodien verschiedener Länder inspiriert. Von indischen Themen über
thailändische Volkstänze bis hin zu dem mittelalterlichen deutschen "Es sungen drei
Engel". Die modalen Strukturen der traditionellen asiatischen Musik waren eine ideale
Grundlage für Mangelsdorff, aus der er originelle Stücke entwickelte. |
| 1965 | 1965 spielte das Mangelsdorff Quintett in Newport , nachdem er beim Downbeat Poll in der Kategorie "Talent Deserving Wider Recognition" den ersten Platz belegt hatte. Ebenso wurde er 1967 und 1969 wieder eingeladen. |
| 60er Jahre |
Seit Beginn der 60er Jahre war Mangelsdorff somit
auch eine international beachtete Größe. Joe Henderson sagte über ihn: "He
plays besides J.J. Johnson the most exciting trombone", John Lewis
bemerkte, daß er der "most important innovator" für
sein Instrument sei. Die Liste seiner Kollegen mit denen er während dieser Zeit live spielte und Platten aufnahm ist lang und nur einige seien genannt: Lee Konitz, Elvin Jones, Dizzy Gillespie, Don Cherry, Jimmy Smith, Jaco Pastorius, Alphonse Mouzon, Gunter Hampel, John Tchicai, Peter Brötzmann, Eddie Gomez, Wolfgang Dauner.... |
| Ende der 60er Jahre |
Mangelsdorff wendet sich dem Free Jazz zu. Erste Free Jazz Konzerte gab er als Gast mit dem Manfred Schoof Quintet, wenig später kam er mit dem Saxophonisten Peter Brötzmann in Kontakt und arbeitete mit ihm im Duo zusammen. Mit dem Globe Unity Orchestra wurden Free Jazz Experimente im größeren Rahmen möglich. Auch mit seinem eigenem Quartet spielte er verstärkt in diesem Bereich. Nach einigen Jahren, während derer er vor allem im Free Jazz-Bereich arbeitete wurde ihm allerdings bewußt, daß er zwar auf der Bühne spontan seine Ideen ausspielen konnte, seine Fähigkeiten zur Komposition aber brach lagen. Damit vollzog sich Mitte der 70er Jahre eine gewisse Ablösung von diesem Bereich - ohne, daß er auf diese Erfahrung hätte verzichten wollen.
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| Anfang der 70er Jahre |
Seine erste Solo-LP "Trombirds" (vergriffen) wird 1971
aufgenommen.![]() 1972, anläßlich der Olympischen Spiele in München gibt Mangelsdorff ein vielbeachtetes Solokonzert. In den darauffolgenden Jahren, bis heute kultiviert er die Soloarbeit. "Ein Mann, eine Posaune, ein Mikrophon" mit "Phantasie und instrumentaler Kompetenz" schrieb der Musiker und Kritiker M. Naura über seine Soloauftritte. Überzeugend dokumentiert er diese Fähigkeiten auf seiner Soloplatte "Purity" ( Mood-Records, rec. 1990). Hier finden sich erdenschwere Bluesstücke neben vertrackt-einfachen Melodien die an Monk denken lassen. |
| Multiphonics | Im Laufe seiner musikalischen Entwicklung hat Mangelsdorff eine
spezielle Technik entwickelt und kultiviert, die vor allem in seiner Soloarbeit zum Tragen
kommt: "Multiphonics".
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| 1980 | Im Downbeat Critics Poll wird Mangelsdorff auf Platz 1 gewählt. |
| 80er und 90er Jahre |
Mangelsdorff selbst meint, daß Lee Konitz einen
bedeutenden Einfluß auf sein Spiel gehabt habe. Mit ihm nahm er 1983 eine Duoplatte auf. Eine weitere bemerkenswerte Duoplatte ist "Two is a Company" mit Wolfgang Dauner. Daß er nicht nur in "kleinen" Formationen zuhause ist zeigt seine Mitgliedschaft im United Jazz + Rock Ensemble seit 1975 und seine Tätigkeit im Globe Unity Orchestra. Mangelsdorff in stilistische Schubladen einzuordnen erübrigt sich längst. Er bewegt sich immer noch in freien Gefilden aber man muß nur in seine Soloplatte "Purity" aus den 90er Jahren hineinhören um seine Bandbreite zwischen Blues - Lied - und freiem Jazz zu hören. Wie jeden großen Jazzmusiker erkennt man in nach wenigen Tönen an seinem Sound und seiner Phrasierung. Seine Autorität als Musiker, die Wertschätzung in der Jazzwelt durch Kollegen, Kritiker und Zuhörer führten Mangelsdorff natürlich auch in verschiedene Gremien. So ist er u.a. seit Anfang der 90er Jahre der künstlerische Leiter des Jazzfests Berlin. Ein weiteres Zeichen der Wertschätzung die Albert Mangelsdorff in der Jazzszene Deutschlands erfährt ist die Benennung des alljährlich von der UDJ (Union Deutscher Jazzmusiker) verliehenen und mit 20.000 DM dotierten "Albert Mangelsdorff-Preises". |

Wolfgang Dauner & Albert Mangelsdorff auf dem Fest 1997
in Karlsruhe
© Photographie: Schindelbeck
Literatur:
Paulot, Bruno(1993): Albert Mangelsdorff - Gespräche, Oreos Verlag, Waskirchen