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„Anderes Obst“ lautet der ganz und gar
nicht ernst gemeinte Titel dieser Komposition, der eine spontane
Improvisation ohne Titel folgt, die mit einem schnalzenden Knall und
einer kurzen bluesigen Harmoniefigur auf der Bassklarinette
eingeleitet wird. Mahall lässt sein Instrument in hohen Lagen
gurgeln und zwitschern, verfällt in eine zarte Mehrstimmigkeit und
endet in einem scharfen Pfeifton. Möbus begleitet diesen Ausflug ins
freie Spiel mit sanften und getragenen Sounds auf den Saiten,
Steidle streicht zarte Rhythmen mit dem Besen auf den Drums. Das
Stück gewinnt an Dynamik und Intensität, die Sticks knarzen auf den
Becken, die Luftsäule in der Klarinette flattert, die Notenketten
auf der Gitarre vibrieren.
Ironie, Dadaismus, Provokation, die
Erfahrungen von Blues bis Free, die Energie des Rock, Formen der
E-Avantgarde, Spielfreude und Kommunikation – all dies bestimmt den
schrullig-schönen Jazz der Berliner Gruppe. Bewusst übertriebene
Naivität kennzeichnet auch die Zwischenmoderationen. „Ist es zu
laut?“, fragt Möbus. „Das liegt nicht an uns“, ergänzt Mahall.
Wieder Möbus: „Der Raum hat eben seine Tücken!“ Dann nach einer
Zugabe, die sich als Persiflage von Zirkusmusik interpretieren lässt
und in der Steidle zirzensisch die Stick wirbeln lässt, sowie nach
einem allerletzten erklatschen Stück auf der Grundlage eines
portugiesischen Fado dürfen die Zuhörer „mit dem Gefühl nach Hause
gehen, dass es doch ein ganz netter Abend war“ – sagt Möbus. Stimmt!
Alles war im grünen Bereich. |
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Text &
Photographie Klaus
Muempfer, November 2006 |