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Seine ganz besondere innere Spannung ziehen die Interpretationen des Quartetts mit dem inzwischen 81-jährigen Altsaxophonisten Emil Mangelsdorff, den Pianisten Thilo Wagner, dem Bassisten Vitold Rek und dem Schlagzeuger Janusz Stefanski jedoch aus musikalischen Gegensätzlichkeiten: Mangelsdorff ist ein gereifter Ästhet auf dem weiten Feld zwischen Swing und Bebop, während Charlie Parker mit seinen verzwickten Harmonien und rasanten Off-Beat-Phrasen den Jazz revolutionierte. Wenn also der Saxophonist aus Frankfurt Parkers zerfaserte Melodiefragmente in seine fließenden Linien einbindet, in Spannungsbögen weit schwingen lässt und die Grundharmonien ausreizt, ohne die ganz zu verlassen, dann zeugt dies von Reife und Souveränität im Umgang mit dem Ursprungsmaterial und zugleich von Originalität des eigenen künstlerischen Schaffens. In diesem Sinne sind auch die typischen kurzen Soloausflüge zu sehen, mit denen Emil Mangelsdorff jeweils vor dem Finale nochmals das Thema der Kompositionen harmonisch variiert.
Das Quartett erweist
sich als homogenes und traumhaft aufeinander eingespieltes Ensemble,
das allen ausreichend Platz für Solo-Ausflüge einräumt. Thilo Wagner
brilliert in sanften Single-Notes-Einwürfen
Überraschungen und Neuigkeiten bietet das Emil Mangelsdorff Quartett nicht. Dennoch genießt der Zuhörer diesen kammermusikalischen, modernen und in dieser Form zeitlosen Jazz in vollen Zügen. Verständlich, dass das Publikum mit anhaltendem Beifall einen mitreißend groovenden „Blues in B“ erzwingt. |
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Text &
Photographie Klaus
Muempfer, Februar 2007 |