

Präzise knallen die Bläsersätze, groovig treiben Schlagzeug und Bass das Spiel voran. Die Zuhörer klatschen und wippen mit den Füßen. Beide Sets des Konzertes beginnen mit jenen soulgetränkten Funk-Stücken, die Wesley so mitreißend beherrscht: „Chameleon“ und „Funk for your Ass“. Winters steigt mit Trompete- und später mit Flügelhorn gleißend in die High-Notes, Ward lässt die Gitarre in Glissandi heulen und Bassist Dwayne Dolphin erhält mehrfach die Gelegenheit auf seinem Instrument mit gitarrengleich flinken Melodieläufen oder erdig-trockenen Harmonievariationen die Zuhörer zu fesseln. Zweimal nutzt auch Drummer Bruce Cox in „For the elders“ und „Breaking Bred“ in ausgedehnten Solo-Intros die Chance für ein polyrhythmisches und metrisch vielschichtiges Spiel mit ständigen Wechseln von Becken und Trommeln.
Über dem groovigen Teppich besticht neben dem auch technisch
raffinierten Wesley vor allem Saxophonist Wack mit einer
expressiven und kraftvoll intensiven Bebop-Phrasierung. „Bop to
the Boogie“ steht programmatisch für die typische
Wesley-Funk-Mixtur aus Jazz und Soul. Immer wieder knallen die
Bläser in ihren Tutti-Einwürfen zwischen die Soli, dann wiederum
tänzeln die Musiker auf der Bühne zu den soulgefärbten Sounds
und funky Rhythmen. In einem Stück beginnt die Band sogar
geschmeidig zu swingen – wohl eine Erinnerung an jene Zeit, in
der Wesley als Nachfolger von Earl Grey bei Count Basie die
Lead-Posaune blies. Dann imrovisiert Wack ein lyrisches Solo auf
dem Saxophon mit reichlich Vibrato bevor die Bläser das Thema in
einem Tutti sanft verklingen lassen.
Endlos wiederholte simple Riffs gehen in die Beine, so dass
Wesley schließlich das Publikum auffordert aufzustehen und nicht
an den Sitzen zu kleben. Dass die Zuhörer bei den komplizierten,
manchmal an Rap inspirierten Vokalnummern nicht immer mithalten
können, stört den vitalen 67-jährigen Bandleader weniger. Auch
nicht die begeisterten Zuhörer, die Zugaben erzwingen.