
Musikerstatements
/ Musicians Statements
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| top "Manchmal meine ich fast selbst, daß ich gar kein
Horn blase, ich bilde mir ein, ich singe"
"Wenn ein Typ aufhört zu improvisieren und Musik schreiben
möchte, früh am Morgen, vor einem breiten Fenster, das den Blick auf einen
wunderschönen Park freigibt - ich kann das absolut verstehen, es muß ein wunderbares
Leben sein, und nicht nur das. Es gibt keinen besseren Weg, im Musikgeschäft Geld zu
verdienen. Es ist eine nette Tätigkeit, vor allem im Winter - aber ich kapiere nicht,
warum sie der Improvisation dann noch einen Tritt versetzen müssen." "Meine Musik steht in Beziehung zu heutigen Vorgängen. Ich
verstehe, daß manche Leute lieber eine Reise in die Vergangenheit machen. Wir wollen uns
mit der Geschwindigkeit der heutigen Zeit bewegen."
"Ich bin kein Heuchler, ich mache Fehler auf der Bühne. Und meine Fehler sind laut. Aber das ist der Spaß an der Musik. Man lernt."
"Was immer ich spiele, in meinem Kopf höre ich auch
unaufhörlich die Tradition mitsummen."
"Ich bin nicht das, was Sie einen <guten Techniker> nennen würden. Für mich ist die an Konservatorien vermittelte Technik Scheiße. Um Musik wie unsere zu machen, müssen sie erst Ihre eigene Technie entwickeln und dann ihre eigene Musik machen. Das Ziel unserer Musik ist nicht, <richtig> oder <falsch> zu spielen. Das bedeutet nichts. Was wirklich zählt, ist zu wissen, was man spielt."
"Wir machten 2 Takes, und beide hatten das gewisse Etwas. Die Leute im Studio *schrien*"
"Was nun am Lincoln Center in Sachen Jazz passiert ist mit dem
vergleichbar, was die New Yorker Philharmoniker machen. Sie spielen ein Leben lang die
Musik, die sie in der Schule gelernt haben, statt etwas neues zu spielen. Wynton fällt
dort also nicht unangenehm auf. Was heute in diesen Institutionen vorgeht, ist der
Versuch, Jazz zu einer klassischen Musik zu degradieren. Das könnte scheitern, es muß
nicht, aber hoffen wir's." top "I play music that I myself would like to hear at a concert. Since nobody else makes this kind of music, I play it myself."
"Das war 1961...Monk besuchte uns für drei Tage in der Wohnung
meiner Mutter in Watts. Meine Mutter war sehr erstaunt über Monk und fragte mich, ob er
verrückt sei. Aber ich konnte sie beruhigen und sagte ihr, daß die New Yorker nun mal so
sind. Dauernd war er am Tanzen und dann ging er in den Laden an der Ecke und kaufte zehn
Packungen Orangensaft und zehn mit Milch." Ornette Coleman "Das Beste, was Schwarze über Ihre Seele gesagt haben, haben
sie auf dem Tenorsaxophon gesagt." Stanley Crouch über Miles Davis "Miles Davis hat sich ausverkauft. Er wurde zum Verräter. Mit
und seit <Bitches Brew> hat er den Jazz an den Popmarkt verraten. Er wurde zum
Kollaborateur, zum Waldheim des Jazz - bis zum bitteren Ende." "Und je älter ich werde, desto stärker vermisse ich die, die
gestorben sind: Monk, Mingus, Freddie Webster und Fat Girl. Wenn ich an sie denke, könnte
ich verrückt werden, deshalb versuche ich es zu vermeiden. Aber ihre Geister sind in mir,
also leben sie noch und teilen sich durch mich anderen mit. Alles, was ich von ihnen
gelernt habe, steckt in mir. Musik hat was mit Spiritualität, mit Geist und Gefühl zu
tun. Und für mich lebt ihre Musik noch, verstehst du? Was wir gemeinsam gespielt haben,
das muß irgendwo in der Luft schweben, denn dorthin haben wir's geblasen." Paul Desmond "Ich möchte Saxophon spielen, aber ohne hineinzublasen!"
"The music has become so integrated you cant tell one part
from the other so far as color is concerned."
"Ich lehne die Unterscheidung zwischen Musik und Geräusch
völlig ab, weil ich sie als unnatürlich empfinde."
"Im basically a pretty shy person and I dont dance
or get into fights. But there are all these things inside me that get out when I perform.
Its like a real world when I play, here I can do all the things that I cant do
in real life." top "Es gibt Leute, die Jazz primitiv und drittklassig finden; ihnen
gegenüber muß ic ihn verteidigen. Tatsache ist, daß alle Musik ihrem Ursprung nach
primitv ist, denn sie ging aus der Volksmusik hervor, die ja notwendig einfach und
naturhaft ist. Was ist schließlich ein Haydn-Menuett oder Beethoven-Scherzo anderes als
veredelter ländlicher deutscher Tanz? " Dizzy Gillespie "I know all the Latin-American rhythms quite well, but I don't
play them exactly like they do in their own country - I add my personal touch." top "I never sing a song the same way twice." "If there's any such thing as a perfect man, I think John Coltrane was one. And I think that kind of perfection has to come from a greater force than there is here on earth." Rahsaan Roland Kirk "Es gibt heute kaum noch Musiker mit einer persönlichen Klangfärbung, einem eigenen Sound. Wie bei Ellington. Wir leben heute im Zeitalter der Akademisierung des Jazz, wo alle mehr oder weniger gleich klingen. Meine persönliche Meinung ist, daß die Entwicklung des Jazz mehr oder weniger abgeschlossen ist. Das heißt nicht, daß es in der Zukunft keinen Jazz mehr geben wird. Er wird partikelweise weiter existieren, kombiniert mit Elementen der klassisch-europäischen Musik, eventuell auch mit Elementen verschiedenster Folkloren. Die Jazz-Geschichte ist so abgeschlossen wie die Geschichte der abendländischen Musik von der Frühtonalität bis zur Atonalität. Diese hat der Jazz sehr schnell nachvollzogen. Jetzt sind sie beide auf dem gleichen Stand. Und wo geht's jetzt hin?" "Let's call it spirit, because to me, there is spirit in a reed. It's a living
thing, a reed, really, and it does contain spirit of a sort. And they say these areas make
sound when the wind comes. It's really an ancient vibration."
"Es gibt keinerlei Bedarf, den Jazzbegriff zu definieren. Jazz
ist längst definiert - auf Schallplatten. Die Musik hat längst gesagt, was mit Worten
nicht gelingt. Die Zukunft des Jazz wird ganz gewiß nicht in der Wiederholung der
Vergangenheit liegen. Wer improvisieren will, muß tief graben. Und vielerlei Erfahrungen
machen. Wer nur eine Platte kennt, und ein Leben lang wie diese klingt hat eine Menge
versäumt." top Nach der Rückkehr von einer Tour im Auftrag des Goethe-Insitituts
durch Asien, Frage eines Reporters:
"I have to admit that more and more lately, the whole idea of jazz as an idiom is one that I've completely rejected. I just don't see it as an idiomatic thing any more...To me, if jazz is anything, it's a process, and maybe a verb, but it's not a thing. It's a form that demands that you bring to it things athat are valuable to you, that are personal to you.That, for me, is a pretty serious distinction that doesn't have anything to do with blues, or swing, or any of these other things that tend to be listed as essentials in order for music to be jazz with a capital J." "My first relationship to any kind of musical situation is as a
listener." Mingus, 1955 "Just because I'm playing jazz I don't forget about me. I play or write me the way I feel through jazz, or whatever. Music is, or was, a language of the emotions."
"I say, play your own way. Don't play what the public want - you
play what you want and let the public pick up on what you doing - even if it does take
them fifteen, twenty years.." David Murray, 1996 "I sat up listening to George Butler tell me one year that he's bringing out 200 albums, and all of 'em are from people who are dead. And that'll really make jazz go on? That's some really dumb shit. Fuckin' macabre necrophilia or some shit. And then he's going to put out the Marsalis boys. There's some dead guys again....."
top "Ich wußte nichts über Harmonik. Nachdem ich die Tonleitern
gelernt hatte, brachte ich mir bei, den Blues in allen 12 Tonarten spielen zu können.
Dann lernte ich 'I got rhythm' und 'Cherokee' in allen 12 Tonarten. Dann war ich
fertig."
"Jazz bietet mir die einzige Möglichkeit, frei zu sein, zu
schweben, zu träumen."
"Es gibt in Paris viele Großstadtmusiker, die morgens im
Filmstudio aufnehmen, nachmittags unterrichten und abends in einem Jazzclub spielen. Sie
sind durch die ökonomischen Bedingungen gezwungen, ihren Horizont ständig zu erweitern.
Sich nicht auf eine Sache konzentrieren und meinen, das sei die einzige Wahrheit. Man wird
permanent mit anderen musikalischen Gebieten konfrontiert. In Deutschland ist man sofort
suspekt, wenn man komponiert, selber Interpret ist, oder gar improvisiert."
"Natürlich hat man es als deutscher Jazzmusiker schwer, in der Szene Anerkennung zu finden. Nicht nur dem Publikum, auch den Kritikern ist es nie so ganz geheuer, wenn ein deutscher Musiker etwas eigenständiges zustandebringt. Im tiefsten Innern meinen sie, etwas Originelles im Jazz könnte nur aus Amerika kommen. Früher war es so, und das hat sich im wesentlichen bis heute nicht geändert, daß der, der dem Klang der Amerikaner möglichst nahe ist, eher gewürdigt wird. Das ist nun mal so, und ich lasse mir deswegen keine schmalen Lippen wachsen." über Mangelsdorff Manfred Schoof "Mit Beginn der 60er Jahre, als Ornette Coleman auftauchte, hatten wir anfangs schon gewisse Vorbehalte gegen sein Plastiksaxophon, die wir aber bald aufgaben, nachdem wir uns klargemacht hatten, daß schließlich nur entscheidend ist, was rauskommt."
"Nennt Ornette den Hirten und Cecil den Seher." "Ich meine, ich gehe eigentlich nie ins Kino. Ich verweigere
mich der weißen westlichen Kultur fast vollständig. Ich höre kaum andere Musik als
jene, die Jazz genannt wird...Ich habe noch so viel von meiner Kultur zu lernen, daß
keine Zeit mehr bleibt, sich mit anderen Kulturen zu beschäftigen."
Über die Zeit (1965), als er sich in Europa niederließ: "Als ich nach Europa kam, war der Druck plötzlich weg und ich brauchte keine Drogen mehr. Außerdem sprachen in Europa zwei Dinge für mich, die in Amerika gegen mich waren: ein Schwarzer und ein Jazzmusiker zu sein." "I always play with my own feeling, but a musician has to
change, otherwise he dies. I intend to keep changing until the day I die."
"Ohne Rhythmus gibt es keinen Jazz. Wenn man nicht mehr
mitwippen kann, ist das kein Jazz mehr!" JAZZ HISTORY "Blues und richtigen Jazz konnte man nur in den Cabarets hören, in die nur die Unterklasse ging. Üblicherweise durfte man Blues oder Boogie-Woogie in einer durchschnittlichen schwarzen Mittelschichtfamilie nicht spielen. Diese Musik hatte angeblich ein niedriges Element in sich" (G. Bushell, cl)
"An diesem Abend war wieder mal Jam Session. Benny Carter spielte mit Bobby Henderson, meinem Begleiter. Und dann war Lester dabei, mit seinem kleinen, alten Saxophon, das durch Klebestreifen und Gummibänder zusammengehalten wurde. Chu saß da, und alle fingen an, sich zu streiten, wer wen an die Wand blasen könnte, und versuchten, einen Wettkampf zwischen Chu und Lester in Gang zu bringen. Benny Carter wußte, daß Lester bei einem solchen Duell glänzen konnte, aber für all die übrigen war das Ende eine ausgemachte Sache: Chu würde Lester in Grund und Boden blasen. Chu hatte ja ein großes, prachtvolles goldenes Saxophon, aber er hatte es nicht bei sich. Doch Benny Carter ließ sich dadurch nicht abhalten. Er war wie ich: Er hatte Vertrauen zu Lester. So machte er den Vorschlag, er wollte losgehen und Chus Horn holen. Das tat er und kam damit wieder. Chu Berry...schlug 'I got rhythm' vor...Chu strengte sich sehr an, dann war Lester dran. Er spielte mindestens 15 brilliante Chorusse, jeder anders als der vorangegangene und einer immer schöner als der vorige. Als der fünfzehnte vorbei war, war es auch mit Chu Berry vorbei."
"Der eine Weg ist gerade und verläuft durch eine bekannte Landschaft, und es ist erholsam, diesen Weg zu fahren. Der andere ist gewunden - verläuft gleichsam über Berggrate und Klüfte - aber er eröffnet eine Fülle von unbekannten Aussichten und neuen Bildern, und herrliche Bäume stehen an seiner Seite."
"Eines Nachts nahm ich mir 'Cherokee' vor, und plötzlich fand ich heraus , daß ich das, was ich immer gehört hatte, auch spielen konnte, wenn ich die höheren Intervalle eines Akkordes als Melodie benutze und darunter neue, sinnvoll abgeleitete Akkordfolgen legte." Ben Sidran "In der westlichen Musikkultur gibt es den falschen und den
richtigen Sound, die falsche und richtige Technik. In der Jazztradition gibt es das so
nicht. Wenn du zu deinem Sound gefunden hast, gibt es nichts falsches mehr. Thelonious
Monk spielte mit gespreizten Fingern. Das ist nicht falsch - das ist Monk."
Über Charlie Parkers Platte 'Now's the Time': "Diese beiden Seiten zeugen von schlechtem Geschmack und irregeleitetem Fanatismus...das ist die Sorte Zeug, die zahllose, leicht beeindruckbare Musiker aus der Bahn geworfen und ihnen unheilbaren Schaden zugefügt hat."
"Bird ging denselben Weg den wir gingen, aber er war uns weit voraus. Ich glaube nicht, daß ihm klar war, welche Umwälzungen er verursachte, für ihn war das einfach seine Art, Jazz zu spielen."
"Der Druck war eigentlich nicht auszuhalten. Jeden Tag hatte man
sich in einem brutalen Überlebenskampf zu behaupten. Harte Drogen beherrschten die Szene.
Ohne sie war einem der Zugang zu den wichtigen Zirkeln verschlossen. Die meisten
Plattfirmen und Clubbesitzer engagierten nur Junkies, denn von denen war nicht zu
befürchten, daß sie auf ihren Rechten bestehen würden; die waren zufrieden, wenn sie
genügend Geld für Stoff bekamen.....Ohne Drogen oder eine Krücke ähnlicher Art
jedenfalls war der Druck nicht auszuhalten, nüchtern wärst du glatt ausgeflippt und
hättest Selbstmord begangen"
"Die Bezeichung eines Musikstücks als primitiv ist eine eindeutig relative Angelegenheit. Würde sich eine Gruppe afrikanischer Instrumentalisten ein europäisches, Walzer spielendes Orchester anhören, würden sie dessen ewig gleichen Dreivierteltakt im Vergleich zu ihren eigenen komplexen Rhythmen mit gleichem Recht als <primitiv> bezeichnen."
"Wann werden sie endlich begreifen, daß Ella Fitzgerald die
gleiche Gage kriegen muß wie Jessye Norman?" King, Martin Luther God has wrought many things out of oppression. He has endowed his
creatures with the capacity to create, and from this capacity have flowed the sweet songs
of sorrow and joy that have allwed man to cope with his environment in many situations.
Jazz speaks of life. The blues tells the stories of life's difficulties, and if you will
think for a moment , you will realize that they take the harshest realities of life and
put them into music only to come out with some new hope or sense of triumph. This is
triumphant music. Modern Jazz has continued in this tradition, singing the songs of more
complicated urban existance. When life itself offers no order and meaning, the musician
creates an order and meaning from the sounds of earth which flow through his instrument.
It is no wonder that so much of the search for identy among America's Negroes was
championed by jazz musicians. Long before the modern essayists and scholars wrote of
<racial identity> as a problem for a multi-racial world, musicians were returning to
their roots to affirm that which was stirring within their souls. Much of the power of our
Freedom Movement in the United States has come from this music. It has stengthened us with
its powerful rhythms when courage began to fail. It has calmed us with its rich harmonies
when spirits began to lag. This has been true from the early days of the simple Negroe
Spiritual. And now, Jazz is exported to the world. For in the particular struggle of the
Negro in America there is something akin to the unversal struggle of modern man. Everybody
has the blues. Eberybody longs for meaning. Everybody needs to love and to be loved.
Everybody needs to clap hands, and be happy. Everybody longs for Faith. In music,
especially that broad category called Jazz, there is a stepping stone toward all of
theses." Karl Valentin "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit." Zappa "Jazz is not dead, it just smells funny!" |
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