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Der Trompeter Axel Schlosser gehört mittlerweile zu den
interessantesten Persönlichkeiten in der Trompetenlandschaft
des europäischen Jazz. 1976 in Aaalen, Baden-Württemberg
geboren, vollzog der junge Herr im Laufe weniger Jahre eine
beachtliche musikalische Karriere. In jugendlichem Alter auf
dem Gebiet der Jazz-Improvisation noch Auto-Didakt, sollte
das Schaffen und Wirken des Musikers nach und nach immer
weitere Kreise ziehen.
Derzeit ist Axel Schlosser in verschiedenen musikalischen
Kontexten von nationaler und internationaler Reichweite zu
hören: Ob als Solotrompeter der hr Bigband in Frankfurt, als
Mitglied des Jazz Baltica Ensemble, als Co-Leader, "trocken
witziger" Moderator (Mannheimer Morgen) und Trompeter der
international erfolgreichen Mannheimer Band "L 14, 16" oder
als Leader eigener Gruppen, in jeglichem Zusammenhang
überzeugt Schlosser durch sein stark persönlich geprägtes
Spiel. So weiß Stefan Michalzik von der Frankfurter
Rundschau zu schreiben: "Der Trompeter und Flügelhornspieler
Axel Schlosser, der zugleich den launig-humorigen
Confèrencier gibt, gehört zu der Klasse der jungen
Hochleistungsbläser, denen kein Tempo zu geschwind ist; doch
über das technisch präzise Spiel hinaus verfügt er über den
Atem zu musikalischer Rede".
Ähnlich verhält es sich mit Schlossers Debut-CD "Touching
The Moon". Die Musik, die dieser Silberling zu Gehör bringt,
ist eine geschmackvolle Verbindung von Musikalität,
Persönlichkeit, instrumentalem Können, Tiefgang, Virtuosität
und stilistischer Vielfalt, ohne dabei den "roten Faden" zu
verlieren. "Alle meine Kompositionen lassen sich auf
konkrete persönliche Erlebnisse zurückführen", sagt
Schlosser über seine eigenen Werke, die einen Großteil des
Repertoires von "Touching The Moon" bilden. Die
verbleibenden Fremdwerke sind Standards oder Originals (in
diesem Fall von Freddie Hubbard und Louis Armstrong), die
ihm während der letzten Jahre immer wieder begegneten, die
ihn sowohl dauerhaft beschäftigt als auch beeinflusst haben.
Auch diesen Stücken weiß Axel Schlosser zusammen mit seiner
Band einen persönlichen Stempel aufzudrücken.
Einst gab er in einem Interview mit Klaus Dieter Zeh vom
Jazzpodium preis: "Wenn ich Trompete spiele, spreche ich
durch sie. Sämtliche Ideen, Eindrücke, Erfahrungen,
Emotionen und Gedanken werden durch sie gebündelt. Diesen
Vorgang bringe ich sehr eng mit den Begriffen "Soul" und
Blues" in Verbindung. Nicht zuletzt diese Tatsache macht die
CD "Touching The Moon" zu einem exzellenten Hörvergnügen.
Auch die Mitglieder von Axel Schlossers Band leisten ihren
kreativen, meisterlichen Beitrag zum Klangbild der Musik,
die man als "echten" Jazz bezeichnen könnte. Meisterpianist
Rainer Böhm, bekannt u. a. durch seine Zusammenarbeit mit
Johannes Enders, Jürgen Seefelder und Ingrid Jensen, ist
auch Mitglied der Gruppe "L 14, 16". Desgleichen der Bassist
Arne Huber, der besonders in der deutschen und der schweizer
Jazzszene wegen seines erdigen, holzigen Sounds und seines
unvergleichlichen Grooves beliebt ist. Schlagzeuger Jean
Paul Höchstädter ist ein unglaublich vielseitiger und
anpassungsfähiger Vertreter seiner Gattung, der regelmäßig
mit der RIAS Bigband, der hr Bigband, der NDR Bigband oder
dem Tony Lakatos Quintett zu erleben ist.
Original Liner Notes zu "Touching The Moon" von Wolfgang
Haffner
Was für ein
Glücksfall, dass es in Deutschland Musiker wie Axel
Schlosser gibt. Wenn ich ihn höre, bin ich jedes mal auf´s
Neue begeistert, mit welchem Respekt und mit welcher Hingabe
er Musik spielt. Er besitzt die besondere Gabe, mit einer
einzigen Note viel zu erzählen. Sein warmer, voller Sound
hat etwas magisches und begeistert den Zuhörer. Auf
"Touching The Moon", seinem Debut-Album als Leader,
präsentiert Axel Schlosser neben einigen Standards auch
eigene Stücke und zeigt, dass er auch ein hervorragender
Komponist ist. Die Rhythm Section ist mit Rainer Böhm, Arne
Huber und Jean Paul Höchstädter bestens besetzt und swingt,
was das Zeug hält. Hut ab, ein absolut gelungenes Debut!
Wolfgang Haffner
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