

Nun will Karl Friedrich von Hohenzollern auf einem „zweiten
Gleis“ (ab-)fahren, freilich etwas ruhiger und gemütlicher. Mit
seinem vertrauten Keyboarder Frieder Berlin, hauptberuflich beim
Südwestrundfunk in Stuttgart als Musikredakteur beschäftigt, hat
er ein Konzept entwickelt, bei dem er sich stilistisch auf den
guten alten Swing sowie auf den Cool Jazz und instrumental auf
das Tenorsaxofon konzentriert. Eine diesbezügliche Silberscheibe
wurde in den Ludwigsburger „Bauer Studios“ aufgenommen und von
dem Berlin-Label „Satin Doll Productions“ herausgebracht.
Beim Gastspiel des Sigmaringer Schlossherrn auf der ehemaligen
Benediktinerabtei Comburg im Schwäbisch Haller Ortsteil
Steinbach sollte speziell die pressfrische Compact-Disc
präsentiert werden. Gediegen und dezent geriet das Musizieren im
Quartett. „Just Friends“, die Titelnummer der CD, entwickelte
sich vom coolen Anfang zu einer hot intonierten Nummer mit einem
wunderbar melodiös dahin schreitenden „walking bass“ von Hansi
Schuller am korpulenten Saiteninstrument. Eine bluesige Ballade
mit etlichen Breaks für den sensiblen Schlagzeuger Peter Schmidt
ist zudem „Paris Nights“. Doch außer amerikanischen Standards
hatte die Band auch Eigenkompositionen auf Lager, so die
prägnanten Frieder-Berlin-Stücke „Soul Fingers“, „Lignano“ - und
„Monklike“, ein dem kauzigen und rhythmisch verqueren
Bebop-Pianisten Thelonious Monk gewidmeten Werk.

Wie sein ferner Verwandter Friedrich II, der als junger und
alter Fritz zu Lebzeiten von Johann Sebastian Bach im Schloss
Sanssouci sich des barocken Flötenspiels befleißigte, so frönt
auch Karl Friedrich von Hohenzollern des galanten Komponierens.
Mit „Where are you“ hat der 1952 Geborene eine wohlige Ballade
kreiert. In seinen erklärenden Ansagen verwies der Fürst auf den
Retro-Swing-Saxofonisten Scott Hamilton als wichtige
Inspirationsquelle. Ansonsten konnte man in seinem Spiel
beispielsweise Coleman Hawkins oder Stan Getz heraushören. Beim
„live“-Auftritt agierte „KF“, der völlig ohne Notenblatthilfe
auskam, im Gegensatz zur Studio-Produktion vielfach auf „Nummer
sicher“. Ohne gewagte Experimente hielt sich der Hochadlige bei
seinen improvisatorischen Exkursionen nun stets nahe an Metrum
und Harmonievorgaben.
So antwortete einst der deutsche Posaunenweltmeister Albert
Mangelsdorff auf eine Reporterfrage, wie denn Thailands Monarch
Bhumibol Adulyadej bei einer gemeinsamen Session im Jahre 1963
Saxofon gespielt habe: "Also für'n König ganz gut"…

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Text und Photographie von
Hans Kumpf