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LUDWIGSBURG.
"Meine Hend, die wäsch i mir jetzt nemme!" erklärte freudestrahlend
Rolf Bauer, nachdem er den legendärenTrompeter Miles Davis an Ostern
1991 in seinem Studio begrüßt hatte. Am 31. Januar 2008 ist der
geistig rege gebliebene Seniorchef im Alter von 87 Jahren
überraschend verstorben. Auch im hohen Alter schaute und hörte Rolf
Bauer immer wieder in der Markgröninger Straße 46, der weltbekannten
Adresse für beste Ton-Kunst, vorbei. Und da interessierte ihn nach
wie vor, wie die Jugend jazzt oder wie auch etablierte Künstler sich
vor den Mikrofonen aufführen. Stets war Rolf Bauer gut gelaunt und
gern zu einem "Schwätzle" bereit.
Vor über einem halben Jahrhundert gründete er, anfänglich im
heimischen Wohnzimmer, das Tonstudio Bauer. Der Ende 1948 erteilten
gewerblichen Genehmigung "zur Errichtung eines Studios für moderne
Schallaufnahmen" trug Rolf Bauer dabei - ganz im Sinne der jeweils
angesagten Technik - jederzeit Rechnung. Bereits 1958 hielt die
Stereofonie Einzug in die Regieräume. Damit war man wegweisend in
Deutschland und setzte diese Aufnahmetechnik vor allen deutschen
Rundfunkanstalten ein. Und Ende der 60er Jahre hatte das Studio mit
der Einführung der Mehrspurtechnik die Nase wieder vorn, rühmen sich
noch heute die mittlerweile digitalisierten "Bauer Studios".
Technischer Pioniergeist und ein stets offenes Ohr für Innovation
waren Bauers Prinzipien und diese Grundsätze zeichnen das
Unternehmen auch nach der Übernahme durch Tochter Eva und
Schwiegersohn Reiner Oppelland im Jahr 1989 aus. Nun beherrschen
auch in Ludwigsburg spezielle Computer die digitalisierte Klangwelt.
Den Händedruck von Miles Davis hat Rolf Bauer nicht vergessen.
Unauslöschlich in seinen Erinnerungen sind auch andere Stars vieler
Musikgenres, denen er zu Diensten war, zum Beispiel Ernst Mosch,
Erwin Lehn, Peter Alexander, Udo Jürgens, Reinhard Mey, Keith
Jarrett, Lester Bowie, Chick Corea, Paquito d´Rivera, Manfred Krug,
Giora Feidman und Yehudi Menuhin. Jahrelang produzierte auch das
Münchener Label ECM in Ludwigsburg.
Foto: Hans Kumpf |