
Es gibt Konzerte und Festivals mit großen Stars auf
gigantischen Bühnen. Ein Muss für alle Fans, ein Happening, das
man nicht versäumen darf, ein Riesen-Hype – die ganz große
Nummer. „Bingen Swingt“ ist anders: Top Stars hautnah,
Nachwuchstalente, neue Sterne am Jazzhimmel, Altmeister und
Menschen, die Jazz-Geschichte geschrieben haben: Sie alle
treffen sich ein Wochenende lang in Bingen am Rhein. Bereits zum
15. Mal macht die kleine Stadt sich fein für ein Event, das aus
den Kalendern vieler Jazzfreunde nicht mehr wegzudenken ist. Vom
25. bis 27. Juni swingt ganz Bingen im Jazz-Fieber. Über dreißig
Bands und Interpreten haben sich angesagt. Die Preise sind
erfreulich niedrig. Der Festival-Button für EUR 15,- sorgt für
freien Zugang an allen Tagen zu allen Bühnen.
Mit Latin Jazz und Salsa Cubana von der Band „SonRicoSon“ geht’s
am Freitag um 18.00 Uhr los. Der Schluss-Akkord erklingt am
Sonntag um 17.30 Uhr. Für das Abschluss-Konzert konnte diesmal
das „Martin Weiss Ensemble“ gewonnen werden. Dazu stößt Biréli
Lagrène. Schon in frühen Jahren wurde er als musikalisches
Wunderkind gefeiert. Heute gilt er als legitimer Nachfolger der
Stilikone Django Reinhardts. Meisterhafter Sinti-Jazz,
Saitentanz auf der Violine, magische Gitarrenklänge, mitreißend
bis zum letzten Ton, das erwarten die Zuhörer am Rhein-Nahe-Eck.
Ein virtuoser Abschluss mit großen international anerkannten
Künstlern.
Typisch Bingen: Junge Künstler und alte Hasen
Viele junge Künstler bereiten sich bereits seit Monaten auf
ihren Auftritt in Bingen vor. Im Rahmen des Festivals wird
diesmal der Wettbewerb „Jugend jazzt für Jazzorchester mit dem
Skoda Preis“ ausgetragen. Deutsch-lands beste Nachwuchs-Jazzer
treten hier an. Für die Traditionalisten gibt es eine Begegnung
mit Hugo Strasser. Mit der Klarinette im Gepäck reist die
88-jährige Swing-Legende an. In seiner Festivalband schart er
Freunde aus vielen Jahrzehnten aktiver Musikgeschichte um sich.
Auch Emil Mangelsdorff, mittlerweile weit über 80, lässt es sich
nicht nehmen, nach Bingen zu kommen. Der Meister am Altsaxophon
steht mit dem Niederländischen Star-Trompeter Ack van Rooyen,
ebenfalls über 80, auf der Bühne. Beide sind sich
freundschaftlich verbunden, was neben der musikalischen
Darbietung den besonderen Reiz dieser Begegnung ausmacht.
Der Bingen Mix: Saxophone geben den Ton an
„Man müsste mal all‘ die vielen Saxophone zählen, die während des Festivals in Bingen versammelt sind“, sagt Ute Hangen, Erfinderin von „Bingen Swingt“. Und tatsächlich kommt hier in Bingen eine große und eine berühmte Versammlung zusammen. Da ist zum Beispiel Nicole Johänntgen mit ihrer Band „Nicole Jo needs 2B funky 4ever“.
Das Altsaxophon hat es ihr angetan. Sie spielt es
unverwechselbar sexy und gekonnt. Vier Saxophonisten haben sich
unter dem Namen „Tenor Sax Battle“ zusammen geschlossen: Heinz
von Hermann, Leiter der Jazz-Abteilung am Landeskonservatorium
in Klagenfurt, Peter Weniger, künstlerischer Direktor des
Jazz-Instituts Berlin, Jürgen Seefelder, Professor an der
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim, und
Wilson de Oliveira aus Uruguay, lange Zeit Saxophon Solist der
HR Bigband. In Bingen sind sie mit dabei. Ein besonderes
Highlight wartet mit „Deep Schrott“ auf die Festival-Besucher.
Vier (!) Bass-Saxophone live – das ist einzigartig auf der
ganzen Welt. Und auch ein echter Prinz steht in Bingen auf der
Bühne: Karl-Friedrich Erbprinz von Hohenzollern – in
Jazz-Kreisen besser bekannt als „Charly and the Jivemates“. Das
Quintett bringt viel Spielfreude auf die Bühne, die schnell aufs
Publikum überspringt. Der Prinz selbst agiert als Leadsänger,
Saxophonist und Gitarrist.
Bingen Spezial: Zum Beispiel der „Vibraphone Summit“
Doch was wäre „Bingen Swingt“ ohne seine Frauen. Nur eine sei
stellvertretend für ihre Schwestern im Geiste hier genannt:
Harriet Lewis, die schon einmal den Hof der altehrwürdigen Burg
Klopp zum Kochen brachte, kommt wieder. Gleicher Ort, doch
diesmal ist sie zusammen mit der Gregor Hilden Band zu hören.
Und weil es zum besonderen Reiz des Festivals gehört, dass hier
stets Jazzformationen zu hören sind, die nur hier und nirgend wo
sonst auf der Welt in dieser einzigartigen Besetzung erlebt
werden können, seien noch zwei ganz besondere Leckerbissen
genannt: Beim „Vibraphone Summit“ treffen sich Martin
Breinschmidt aus Wien, Frits Landesbergen aus Holland und Dizzy
Kirsch aus Deutschland.
Wie Wilson de Oliveira so ist auch Eurique Elleria in Uruguay zu
Hause. In „The Spirit of Tango and Cantombe“ sind die beiden in
Bingen zu hören, zusammen mit dem Wilson de Oliveira Quintett
und dem Binger Bassist Ralf Cetto. Und noch eine
Verbindungslinie führt mitten hinein ins Herz von Bingen. Die
Schülerbigband „Losin‘ Groove“ vom Binger
Stefan-George-Gymnasium feiert im Rahmen von „Bingen Swingt“
ihren 20. Geburtstag.
Alle Veranstaltungen sind nach Erwerb des Festival-Buttons frei
zugänglich. Anmelden muss man sich nur für das Jazz-Frühstück
mit dem Jazzer Patrick Artero und dem „Center piece Quintett“ am
Festival-Sonntag um 11.00 Uhr in der „Binger Rheinresidenz“.
Bingen-Kicks: Swingen mit Atomsphäre
Die Bühnen sind in der Stadt verteilt und haben ihren ganz
besonderen Reiz. Mal kuschelig und klein ducken sie sich
zwischen die Häuser der Altstadt, mal luftig mit großartigem
Blick auf den Rhein. Sogar ein alter Burghof ist mit dabei. Auch
die Künstler lieben die besondere Atmosphäre. Manchmal tauchen
sie ab ins Festival-Geschehen und suchen den Austausch mit ihren
Fans und all‘ den guten Freunden, die „Bingen Swingt“ zu einem
festen Faktor in der Geschichte der kleinen Stadt Bingen gemacht
haben.
Weitere Informationen, sowie Zimmerreservierungen, die dringend empfohlen werden, im Jazzbüro „Bingen Swingt“, Tel. 06721 184 206. News auch im Internet unter www.bingen-swingt.de