Wie
werden zeitgenössische Improvisatoren von den Traditionen beeinflusst
und wie gehen sie mit ihren Wurzeln um? Der 29. Konstanzer Jazzherbst
versucht das zu ergründen. Mit den drei Spielstätten Stadttheater,
Kulturzentrum am Münster und Kommunales Kulturzentrum K9 wird das
Festival auch als Ausdruck für das Zusammenfinden unterschiedlicher
Denkweisen, Kulturinteressen und Hörgewohnheiten stattfinden und Hörer
aus der gesamten Bodenseeregion zusammenführen.
Musiker verarbeiten Volksmusik und schaffen neue Klänge, experimentelle
Improvisatoren und Avantgarde-Rocker fusionieren mit schamanistischer
Kultur, junge Musiker setzen sich mit den Improvisatoren der ersten
Stunde auseinander, Hard Bop Jazzer verbinden die rhythmischen
Eigenarten des New-Orleans-Jazz mit der Melodik und Arrangierkunst des
aktuellen Jazz. Junge europäische Musiker bilden sich im Mutterland des
Jazz weiter und kommen mit neuen Eindrücken und neuen Partnern zurück.
Starke Individualisten tragen so mit ihren Einflüssen aus anderen
Kulturkreisen maßgeblich zur stetigen Weiterentwicklung des europäischen
Jazz bei.
Inzwischen ist auch unsere Idee, im Rahmen des Jazzherbstes Musiker neu
zusammen zu führen und deren Kompositionsbegabungen zu unterstützen,
schon zur Tradition gereift. In diesem Jahr werden sich Studenten der
Hochschule für Musik und Theater Hannover zusammen mit ihren Dozenten
und dem englischen Bassisten und Komponisten Barry Guy mit seinen
bahnbrechenden Kompositionen auseinander setzen. Als «Band in Residence»
werden sie das Programm an drei Tagen in Konstanz erarbeiten und den
Jazzherbst 2008 eröffnen.
Das Programm des 29. Konstanzer Jazzherbstes im Überblick
Sa 25.10.08 – Kulturzentrum am Münster, Wolkensteinsaal
20.00 Uhr: Barry Guy und das Jazzorchester der HMT Hannover
So 26.10.08 – Kulturzentrum am Münster, Wolkensteinsaal
20.00 Uhr: Pascal Niggenkemper Trio
21.15 Uhr: Gregor Hübner NRG Quartet
Do 30.10.08 – K9 Paulskirche
20.30 Uhr: Hakon Kornstad Solo
21.45 Uhr: Vera Kappeler Trio
Fr 31.10.08 – Stadttheater
20.00 Uhr: K-Space
21.15 Uhr: Adrian Mears New Orleans Hardpop
Weiterführende Links:
http://www.jazzclub-konstanz.de
Die Gruppen des 29. Konstanzer Jazzherbstes
25.10.08 Kulturzentrum am Münster 20:00
BARRY GUY UND DAS JAZZORCHESTER der Hochschule für Musik und Theater
Hannover (GB/D) Barry Guy Leitung und Komposition
Barry Guy erschließt wie nur wenige Musiker Quellen von Improvisierter -
und E-Musik und Jazz und erschafft Neues daraus, grenzenlos
phantasievoll. In London geboren, nach einem Irland-Aufenthalt in der
Schweiz niedergelassen, gleichermaßen zu Hause in den Welten von Barock,
Jazz und Improvisierter Musik. Die zahlreichen Kompositionen für das
London Jazz Composers Orchestra, für die Streicher der City of London
Sinfonia, für das Kronos Quartet und für das Hilliard Ensemble zeigen
seinen immensen musikalischen Kosmos. Der Zürcher Tagesanzeiger nannte
ihn den „Inbegriff des Klangarchitekten“. Wir freuen uns, dass er für
uns, gemeinsam mit Dozenten und Studenten der HMT Hannover, einige
seiner Kompositionen ausarbeitet und damit den 29. Jazzherbst eröffnet.
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26.10.08 Kulturzentrum am Münster 20:00
PASCAL NIGGENKEMPER TRIO (G/F-B-USA) mit Pascal Niggenkemper, Bass,
Robin Verheyen, Saxophon und Tyshawn Sorey, Schlagzeug
Auch zu diesem Jazzherbst stellen wir einen jungen Musiker vor, der in
unserer Region, aufgewachsen ist. Pascal Niggenkemper spielte im BuJazzo
von Peter Herbolzheimer und konnte an der NY Manhattan School of Music
studieren. Dort lernte er auch seine Mitmusiker kennen und gründete sein
Trio. Tyshawn Sorey hat uns beim Jazzherbst 2007 schon mit seiner
Vielseitigkeit begeistert und ist inzwischen gefragter Sideman in
zahlreichen amerikanischen und europäischen Bands. Gespannt sein dürfen
wir auf den belgischen Saxophonisten Robin Verheyen. Er nahm einen
ähnlichen Weg wie Pascal Niggenkemper und spielte bereits mit Größen wie
Branford Marsalis, Roy Hargrove und Ravi Coltrane. Die drei Musiker
lassen sich auf einen fesselnden Dialog ein. Das Resultat ist
energetisch, packend und poetisch zugleich.
26.10.08 Kulturzentrum am Münster 21:15
GREGOR HÜBNER NRG QUARTET mit Gregor Hübner , Violine, Richie Beirach,
Piano, Veit Hübner, Bass und Patrick Manzecchi , Schlagzeug
Das New York NRG Quartet ist das Ensemble mit dem der in Stuttgart
geborene Violonist Gregor Hübner in seiner Wahlheimat New York
konzertiert.
Zum Jazzherbst kommt Gregor Hübner mit dem europäischen Pendant zu
seinem New Yorker Quartett. Mit dem in Leipzig dozierenden New Yorker
Pianisten Richie Beirach absolviert Hübner seit über zehn Jahren
Tourneen auf der ganzen Welt, sein Bruder Veit am Kontrabass lebt in
Stuttgart und ist ebenfalls Landesjazzpreisträger. Mit dem Konstanzer
Schlagzeuger Patrick Manzecchi verbindet ihn eine lang währende
Zusammenarbeit seit nunmehr zwanzig Jahren. Mit diesem Quartett wird er
seine CD des NY NRG Quartet vorstellen. In dieser europäischen Besetzung
Hübners musizieren die Akteure gemeinsam seit vielen Jahren – und dies
sehr NRG-reich!
Das erklärte Ziel Hübners ist, das ewige Stiefkind Geige endlich aus der
Ecke der Vorurteile herauszuholen. Wie er selbst dabei bemerkt:
„Improvisation gibt mir Freiheit, während die Komposition Regeln
aufzeigt. Aber ich brauche die Regeln in der Improvisation und die
Freiheit in der Komposition, um beides zu verbinden.“
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30.10.08 K9 Paulskirche 20:30
Håkon Kornstad (N) Solo/Saxophon
„ Hakon Kornstad ist schlicht ein fantastischer Saxofonist“, gibt Bugge
Wesseltoft, Chef des renommierten norwegischen Labels 'Jazzland' zu
Protokoll. Wesseltoft muss es wissen, denn er begeisterte ab 1996 ein
immer größer werdendes Publikum mit seiner 'New Conception of Jazz'.
Auf seiner neuen Solo-CD „Single Engine“ zaubert der 32jährige Osloer
mit Klangpoesie und Improvisationslust wunderschöne Themen mit
hymnischer Inbrunst. Zusammen mit groovebetonten Kostbarkeiten und
Ohrwürmern wie "Sweden" ergänzen sie sich zu einem spannungsreichen Set.
Der feine skandinavische Jazz hat einen zweiten Ausnahme-Saxophonisten
neben Jan Garbarek: Håkon Kornstad.
30.10.08 K9 Paulskirche 21:45
VERA KAPPELER TRIO (CH) mit Vera Kappeler, Klavier, Harmonium, Simon
Gerber, Kontrabass, Gitarre, Dobro und Lionel Friedli, Schlagzeug
Immer wieder wurde über Vera Kappeler berichtet, ihre Musik sei anders,
besonders, hieß es. Für ihre Kompositionen hat sie in ihrem Trio die
adäquaten Partner gefunden, die ihre «Folklore imaginaire» umsetzen. Der
Schlagzeuger Lionel Friedli ist in Schaffhausen schon als Komplize des
Anarchoklarinettisten Lucien Dubuis aufgefallen, und der Bassist Simon
Gerber ist ebenso gefragt bei französischen Chansoniers wie bei Jürg
Kienberger im Zürcher Schauspielhaus.
Das Bemerkenswerte an all ihren Aktivitäten mit den unterschiedlichsten
MusikerInnen ist, immer sie selber zu bleiben. Sie amalgamiert mühelos
nordische Kälte, südafrikanische Hitze und Alpenstürme oder wagt einen
Seitenblick auf Erik Satie oder Thelonious Monk. Als Solistin grub sie
sich in der Volksmusik des amerikanischen Südens, in Gospels und
Hillbillies ein.
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31.10.08 Stadttheater 20:00
K-SPACE (GB/TUVA) mit Tim Hodgkinson, Lapsteel Gitarre, Klarinette,
Sampler, Sax, Electronics, Gendos Chamzyryn, Oberton- und
Kehlkopfgesang, Dungur, Tim-Pan, Chadagan, Homus und Ken Hyder – Drums,
Percussion, elektrisch verstärkte Ektara, Dungur, Tim-Pan, Chadagan
K-Space begeistert Besucher und Presse in aller Welt durch seine
ungewöhnlichen und ungeheuer spannenden Soundkreationen zwischen
schamanistischem Ritual und Jazz. K-SPACE ist ein Trio mit dem
englischen Multi-Instrumentalisten Tim Hodgkinson (Gründer der
legendären Band "Henry Cow" und jahrzehntelanger musikalischer
Mitstreiter von Fred Frith), dem tuvenischen Schamanen, Cellisten,
Oberton- und Kehlkopfsänger Gendos Chamzyryn, und dem schottischen
Drummer und Komponisten Ken Hyder.
31.10.08 Stadttheater 21:15
ADRIAN MEARS NEW ORLEANS HARDBOP (AUS/USA/CH/A) mit Adrian Mears,
Posaune, Domenic Landolf, Saxophon, Bassklarinette, Peter Madsen, Piano,
Stephan Kurmann, Kontrabass und Marion Gonzi, Schlagzeug
New Orleans Jazz im traditionellen Stil darf nicht erwartet werden.
Trotz musikalischer Entwicklungen in der Wiege des Jazz verfügt auch der
heutige New Orleans-Beat über eine Tradition basierte Rhythmik. Diese
Basis, zusammen mit der üblicherweise im Hardbop verwendeten Melodik und
Harmonik, führt - mit einer kräftigen Prise neuer Ideen angereichert -
zu einem neuen, farbigen, abwechslungsreichen und swingenden Sound.
Adrian Mears hat für seine internationale besetzte Working Band
spannende und eigenwillige Kompositionen geschrieben, die von der Band
mit großer Lust präsentiert werden.
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Eintrittspreise
Stadttheater: 22,50 Euro / 16,50 Euro ermäßigt und Mitglieder
Kulturzentrum + K9: 20 Euro / 15 Euro ermäßigt / 12 Euro Mitglieder
Festivalpass: 60 Euro / 45 Euro ermäßigt / 30 Euro Mitglieder
Kartenreservierungen
für den 31.10.08 Stadttheater Konstanz Tel. 0049-7531-900-150
und beim Jazzclub Tel. 0049-7531-52639 oder info@jazzclub-konstanz.de
für die sonstigen Termine nur direkt beim Veranstalter, dem Jazzclub
Konstanz e.V.
Tel. 0049-7531-52639 oder
info@jazzclub-konstanz.de
http://www.jazzclub-konstanz.de/jazzherbst.html