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Klarinettist Kumpf tritt wieder in
Ludwigsburg auf
Polnische Lyrik & Jazz als einheitliches Erlebnis
Performance am 4. Juli um 20.30 Uhr im Kulturwerk
LUDWIGSBURG.
In Sachen künstlerischer Delikatessen hat sich das junge Kulturwerk
Ludwigsburg bereits einen guten Namen gemacht. Am Mittwoch, 4. Juli,
gastieren um 20.30 Uhr in der Rheinlandstraße 10 die Eheleute Katarzyna
und Hans Kumpf sowie der aus der Slowakei stammende Jan Jankeje mit
polnischer Poesie und passender Musik.
Das seit 1992 bestehende Projekt "Polnische Lyrik & Jazz" beschäftigt
sich umfassend und vielschichtig mit der modernen polnischen Dichtung,
die hier im polnischen Original und in Übersetzungen (von Karl Dedecius,
Deutsches Polen-Institut) vorgetragen wird. Unter den namhaften Autoren
sind auch die beiden Literatur-Nobelpreisträger Czeslaw Milosz und
Wislawa Szymborska. Die mit der eigentümlichen slawischen Atmosphäre und
einem unverwechselbaren Esprit erfüllte Dichtung findet in jazzig
improvisierter Musik eine kreative Verklanglichung, Ergänzung und
Kommentierung. Jeder Auftritt bringt künstlerische Neuigkeiten und
gewinnt jeweils eine Eigendynamik.
Für die stimmige Einheit sorgen die studierte Philologin und
Übersetzerin Katarzyna Kumpf als Rezitatorin sowie die beiden weltweit
renommierten Musiker Jan Jankeje (Kontrabass) und Hans Kumpf
(Klarinette, Theremin). Erfolgreiche Performances hatte das Projekt
schon in Isny, bei der Reihe „Osteuropa in Donauwörth“, mehrfach an der
Akademie Bad Boll, beim "Herbst der Kulturen" in Stuttgart, beim
Polen-Forum in Oberursel, bei den Ingolstädter Jazztagen, wiederholt an
der Volkshochschule Ulm, beim XVII. Deutsch-Polnischen Symposium in
Ravensburg, bei den Baden-württembergisch/polnischen Kulturbegegnungen -
und sogar in den Landtagen von Hessen und Baden-Württemberg.
"Polnische Lyrik und Jazz", so schrieb die die Ulmer „Südwest Presse“
über eine Performance in Ulm, sei "ein gelungenes Experiment. Die in den
poetischen Vorlagen enthaltenen Stimmungen wurden gleichsam lebendig:
Empfindungen wie Schwermut, Befremdlichkeit, aber auch Lebensfreude
waren für das Publikum deutlich spürbar. Die Bandbreite der akustischen
Ausdrucksmöglichkeiten der beiden Musiker ist faszinierend."
In einer zweistündigen WDR-Sendung über fünf Jahrzehnte Jazz mit Lyrik
in Amerika und Europa brachte Werner Wunderlich von Katarzyna Kumpf und
ihren Instrumentalbegleitern nicht weniger als drei Beiträge. Sicherlich
ein Hinweis, wie hoch von Fachleuten ihre unverwechselbare Version von
Polens Poesie mit avantgardistischen Klängen eingeschätzt wird.
Schon seit drei Jahrzehnten improvisieren Jan Jankeje und Hans Kumpf
immer wieder zusammen, sei es in Clubs, bei Festivals, auf einer
Gastspielreise, die 1991 nach Leipzig und Halle führte - oder gar auf CD
(„Portrait of Jan Jankeje”, jazzpoint records).
Der nun wieder in Schwäbisch Hall wohnende Klarinettist Hans Kumpf war
seit 1970 im Raum Ludwigsburg ansässig und inspirierte über drei
Jahrzehnte lang als Musiker, Organisator, Fotograf und Jazzkritiker die
hiesige Szene nachhaltig. |