Auf mehr als 400 Seiten listet der neue „Wegweiser Jazz“ des
Darmstädter Jazzinstituts eine schier unüberschaubare Zahl von
Angaben über Jazz in den deutschen Bundesländern, Jazz-Preise,
Wettbewerbe, Stipendien und Ausbildungsinstitute,
Jazz-Zeitschriften, Archive und Informationszentren sowie
Rundfunksender mit Jazzredaktionen, Plattenfirmen, Versandhändler
sowie Konzert- und Künstleragenturen auf. Archive und
Informationszentren sowie Fachzeitschriften werden der globalen
Szene entsprechend weltweit erfasst. In einem regionalen Teil stellt
der Wegweiser alphabetisch geordnet alle deutschen Städte mit ihren
Jazz-Initiativen, Festivals, Clubs und Spielorten vor. Darin
eingebettet sind Porträts der Großstädte Berlin, Köln, Dresden,
Hamburg, Frankfurt und München mit ihrer jeweiligen Jazz-Szene. Ein
Beispiel für die Akribie ist das kleine Wörrstadt bei Mainz, wo der
Jazzclub Rheinhessen beheimatet ist und der mit Ansprechpartner,
Stilistik und Daten aus der Vereinsgeschichte vorgestellt wird.
In einem „praktischen Teil“ sind zudem Abhandlungen über die Gema,
eine Checkliste für Förderanträge, ein ausführlicher
Bewerbungs-Ratgeber für Musiker und Musikerinnen mit Tipps zu
Demo-CDs und Projektbeschreibungen aufgenommen worden. Der jetzt
erschienene Wegweiser Jazz ist als Adressbuch zum Jazz in
Deutschland der sechste in Folge und wird neben der gedruckten
Ausgabe für Interessenten ab Jahresbeginn 2010 im Internet auch als
Datenbank zur Verfügung stehen, kündigt Institutsleiter Wolfram
Knauer an. Dann könne eine Meldung wie die geplante Verleihung des
„Jazz-Echos“ zeitnah aufgenommen werden.
Mit den Jahren ist der Wegweiser von Mal zu Mal umfangreicher und
dank seiner auf Vollständigkeit bedachten Recherchen sogar Grundlage
für wissenschaftliche Arbeiten über den Jazz in Deutschland
geworden. Auf jeden Fall aber ist er für Musiker und Veranstalter
ein wertvolles und unersetzliches Nachschlagewerk. Für die
Neuausgabe dieses Jahres hatten die Initiatoren allen Veranstaltern
umfangreiche Fragebogen vorgelegt, die nach der Erfassung in der
Datenbank von den Adressaten ständig aktualisiert werden können.
Trotz der Bereitstellung im Internet hält das Darmstädter
Jazz-Institut an der gedruckten Ausgabe fest, weil nach wie vor
Nutzer dies wünschten. Zum einen, weil ein Buch schneller
aufgeschlagen als ein Computer hochgefahren werden kann, zum
anderen, weil das Blättern zu Informationen führt, an die man beim
gezielten Suchen im Internet vielleicht nicht denkt.
Der Wegweiser Jazz kostet 19,80 Euro. Er kann beim Jazz-Institut
Darmstadt, Telefon 06151-963 700, per Mail unter
jazz@jazzinstitut.de oder schriftlich beim Jazzinstitut Darmstadt,
Bessunger Straße 88 d, 64284 Darmstadt bestellt werden. Infos im
Internet unter
www.jazzinstitut.de
Klaus Mümpfer