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Jazz & Joy in Worms
Nigel
Kennedy hat seine Liebe zum Jazz gepflegt, seit er bei Stephane
Grappelli Geigenunterricht nahm. Auf seinen Blue-Note-Sessions, mit
deren Programm er zu „Jazz & Joy“ nach Worms kommt, besticht der
weltberühmte Geiger mit virtuoser Sicherheit in funky Standards ebenso
wie in romantischen Balladen, mit bluesgerechter Intonation und
elegantem Swing auf der elektrischen Geige. Das Nigel Kennedy Quintett
eröffnet mit einem Sonderkonzert am Freitag, 29. Juni, 21 Uhr, in der
intim wirkenden Atmosphäre des Platzes der Partnerschaft das Festival,
das an den beiden folgenden Tagen unter anderem den Jazz-Sänger Bill
Ramsey, den Schauspieler Uwe Ochsenknecht als Blues-Interpreten und die
Blues-Shouterin Inga Rumpf präsentiert.
Schade, dass gleichzeitig mit Kennedy auf dem Weckerlingsplatz die mit
dem Ehrenpreis „Louis“ des Lahnsteiner Bluesfestivals ausgezeichnete
Inga Rumpf ihre rauchig-ausdrucksstarke Stimme mit dem intensiven Timbre
erhebt. Da fällt manchem Jazzfreund die Wahl schwer. Hin- und
hergerissen werden die Fans auch am Samstag sein, wenn um 22 Uhr nahezu
zeitgleich Uwe Ochsenknecht seiner Liebe zum Blues frönt, Bill Ramsey
mit kraftvoller Stimme Jazz-Standards in Begleitung des Jörg Seidel
Swing Trios interpretiert und Nik Bärtsch´s „Bonin“ den neuen Jazz mit
der fernöstlichen Kultur im Minimalismus verschmelzen lässt.
Bärtsch
hat seine experimentelle Musik einmal ironisch als Zen-Funk bezeichnet.
Vor seinem Auftritt belegt KRAAN, dass sie in den Jahrzehnten ihres
Bestehens mehr als Krautrock produziert haben und die Gitarristin Susan
sowie der Bassist Martin Weinert werden mit trei-bendem Funk sowie
modernem Swing und Blues-Rauigkeit mitreißen.
Der Abschluss des Drei-Tage-Festivals, das 33 Bands auf vier
Freilichtbühnen zwischen dem Wormser Dom und dem Andreasstift aufbietet,
ist dem kubanischen Pianisten Omar Sosa vorbehalten. Er zählt zu jenen
jüngeren Musikern, die dem Pop, Latin-Jazz und Salsa ebenso verpflichtet
sind wie dem Rap und den afrikanischen Wurzeln. Diese hypnotisierende
Weltmusik von percussiver Kraft und melodischem Reichtum auf Piano wird
von Jazz-Riffs des Trompeters Joo Kraus abgerundet.
Das Programm des renommierten Festivals ist auch in den übrigen
Auftritten breit gefächert. Mericimsi präsentieren türkischen
Jazzgesang, Vibratanghissimo aus Ber-lin den Tango nuevo von Astor
Piazzolla. In Swing und Sinti-Folklore sind das Romeo Franz Ensemble und
der Gitarrist Joe Bawelino zuhause, das Projekt „Frank-Sinatra-Story“
erweckt die Kunst des berühmten Sängers zu neuem Leben. Die Black Box
Bluesband, die Dr. Jay Bluesband und Dream Catcher sowie einige
Formationen des traditionellen New Orleans Jazz runden das Repertoire
ab.
Das 17. Festival Worms Jazz & Joy dauert vom 29. Juni bis 1. Juli 2007.
Das Sonderkonzert mit Nigel Kennedy kosten 49 Euro im Vorverkauf und 60
Euro an der Abendkasse, die Kombikarten für die anderen Konzerte an
allen drei Tagen 20 Euro bzw. 25 Euro, Tageskarten 15 Euro bzw. 20 Euro.
Programm, Informationen und Kartenbestellungen im Internet unter
www.jazzandjoy.de oder per Tickethotline unter (06241) 26 72 05.
Die Besucher dürfen sich auf ein hochwertiges Gastronomieangebot der
Küchenchefs und Winzer aus der Region auf dem Festivalgelände freuen.
Für die Parkhäuser gibt es verbilligte Sondertarife während des
Festivals. Samstags und sonntags wird ein Kinderprogramm angeboten,
sonntags außerdem Jazz in drei Kirchen.
Fotografien und Text:
Klaus Mümpfer |