Hans
Kumpf aus Schwäbisch Hall machte in den 80er Jahren ausgiebig Reisen
hinter den Eisernen Vorhang, um die nonkonformistische Jazzszene des
Ostblocks kennen zu lernen und mit den dortigen Avantgardisten zu
improvisieren. Allein in der verblichenen Sowjetunion nahm der als
harmloser Pauschaltourist getarnte Klarinettist unter konspirativen
Bedingungen drei LPs auf und brachte diese in Deutschland und England
auf den Markt. Seine gewonnenen Erfahrungen und Analysen vermittelte
Kumpf in zahlreichen Beiträgen für Zeitungen, Periodika, Büchern und
Rundfunksendern.
Jetzt kam in Sankt Petersburg ein Buch heraus, das Hans Kumpf auf zehn
Seiten ein eigenes Kapitel widmet und besonders dessen Aktivitäten im
vormaligen Leningrad beschreibt. „Poka Ne Natschalsja JAZZ“ („Warten auf
Jazz“) nennt der inzwischen bei der BBC in London arbeitende Redakteur
Alexander Kan seinen auch grafisch sehr liebevoll gestalteten Band, für
den Hans Kumpf noch 25 Fotos und das Titelbild besteuerte. „Du hast
letzten Endes diese Buch ermöglicht – und viele darin geschilderten
Ereignisse“, schrieb Kan in einer handschriftlichen Widmung. Die
Startauflage beträgt 5 000 Exemplare.
"The St. Petersburg Times" über dieses Buch (Englisch):
http://www.sptimes.ru/index.php?story_id=26080&action_id=2